Pickup

engl. für „Tonabnehmer“; ein Bauteil, das die Schwingung der Saiten oder aber eines anderen akustisch aktiven, resonanten Teils des Instruments in elektrische Impulse umwandelt.

Diese können dann von einem Effektgerät, Mischpult beziehungsweise Amp aufbereitet und elektrisch verstärkt werden.

In den Anfängen der Verstärkertechnologie experimentierten findige Musiker mit den verschiedensten Methoden, um ihr Instrument nur irgendwie hörbar zu machen.

Resonatorgitarren zum Beispiel verwenden eine Art internen „mechanischen Verstärker“. Doch das genügte noch nicht, um sich neben einem Schlagzeug oder einer Brass-Section (zu deutsch „Blechbläser“) durchzusetzen. Der junge Les Paul piekte versuchsweise die Nadel eines Grammophons in die Gitarrendecke und nutzte den heimischen Plattenspieler als Verstärker.

Später wandte der findige Bursche sich, mit wesentlich mehr Erfolg, dem magnetischen Tonabnehmer zu. (Und er entdeckte nebenbei das Prinzip der Solidbody-Gitarre.)

Für uns Musiker heute gibt es drei grundlegend unterschiedliche Ausprägungen von Tonabnehmern, die in der Praxis von Bedeutung sind:

1) „On-Board“-Mikrofone, sind solche, die wie der Name verrät direkt am oder im Instrument angebracht werden, um die Schwingung, also den Klang des nächstgelegenen Bauteils möglichst direkt und unverfälscht aufzunehmen.

Natürlich verwendet man hierzu keine herkömmlichen, großen Mikrofonkapseln, wie man sie sonst auf der Bühne zur Abnahme von Gesang, Schlagzeug, Amps usw. auf Stative schraubt.

Vielmehr handelt es sich um besonders kleine, leichte Typen, um die Schwingung möglichst wenig zu bedämpfen; beispielsweise so genannte Kontaktmikrofone, Lavaliermikros oder andere miniaturisierte, also wirklich „Mikro-Fone“ sein.

Diese finden vor allem bei der Abnahme von Bläsern und Streichinstrumenten Verwendung, aber eben auch bei akustischen Bässen und hochwertigen A-Gitarren. Hier kombiniert man ein solches On-Board-Mikro außerdem gerne mit dem folgenden Bautyp …

2) Piezo-Tonabnehmer sind seit Jahrzehnten der Industriestandard, wenn es um die Verstärkung von akustischen Gitarren und Bässen geht.

Da diese Pickups relativ wenig Ausgangsleistung aufbringen, werden sie in der Regel mit einem internen, seltener auch externen Preamp-System (zumeist mit integriertem EQ) kombiniert.

Außerdem kann man mit ihrer Hilfe auch E-Gitarren und E-Bässen quasi akustische Klänge entlocken. Daneben werden sie von einigen Herstellern auch als Signalquelle für Gitarren-Synthesizer und Modeling-Geräte verwendet.

3) Der „magnetische“ Tonabnehmer schließlich, ist im Bereich der modernen Rock- und Pop-Musik am weitesten verbreitet. Das sind die Pickups, die man normalerweise auf E-Gitarren und Bässen vorfindet. Diese gibt es in den unterschiedlichsten Formen, Größen und Bauarten:

Ob nun Single Coil, Split Coil, Humbucker, P90, Stacked Coil, Mini-Humbucker, Horse-Shoe, Lipstick oder Klingen-Pickup, ob mit oder ohne Cover, splitbar oder tapped, als passiver oder aktiver Pickup, das Grundprinzip bleibt immer dasselbe:

Zum Aufbau: Magnetische Polstücke (seltener auch durchgehende Magnetklingen) oder ein Barrenmagnet unter oder neben diesen erzeugen ein Magnetfeld. Als Material hierfür dienen überwiegend Alnico-Legierungen oder Keramikmagnete. (Erst in jüngster Zeit kommen vereinzelt auch Samarium-Cobalt-Legierungen oder moderne Neodym-Magnete zum Einsatz.)

Eine Spule, engl. „coil“, aus leitfähigem Metall (in 99 Prozent der Fälle handelt es sich um Kupferdraht, sehr selten auch Silber) wird darum gewickelt und Anfang und Ende der Spule herausgeleitet, um sie mit der Ausgangsbuchse des Instrumentes zu verbinden.

Das sind die Grundbausteine jedes magnetischen Pickups; alle weiteren Bestandteile halten das Gebilde zusammen oder verfeinern lediglich die Konstruktion.

Zur Funktion: Stört die im Magnetfeld schwingende Saite dieses Magnetfeld, wird dadurch ein winziger Strom in die Spule induziert. Dieses spärliche Elektronenfluss wird dann zum Verstärker geleitet, auf ein Vielfaches seiner Stärke aufgepumpt und schließlich hörbar gemacht.

Die Saite muss also aus einem Material bestehen, dass selbst magnetisch wirksam ist, sonst wird sie vom Tonabnehmer nicht erfasst. Deshalb sind magnetische Pickups nicht die erste Wahl bei der Abnahme von A-Gitarren.

Allein schon die Bronzeumwicklung bei einem herkömmlichen Steelstring-Saitensatz liefert schon keinen ausgeglichenen Pegel mehr und muss umständlich kompensiert werden. E-Gitarrensaiten können hier zwar Abhilfe schaffen, liefern aber nicht das gewünschte Klangbild. Ein halbwegs praktikabler Kompromiss sind Spezialsaiten, bei denen die Umwicklung zur Hälfte mit Bronzedraht und zur Hälfte mit einer Nickellegierung ausgeführt ist.

Bei den Nylonsaiten einer Klassikgitarre ist ein magnetischer Tonabnehmer allerdings konstruktionsbedingt schlicht nutzlos.


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