Multi-Amping

Kurzform für engl. „multiple ampling“, also die Nutzung mehrerer unterschiedlicher Verstärker. Das kann entweder alternativ erfolgen, um die jeweiligen Stärken eines Gerätes hervorzuheben (ein „Twin Reverb“ für Cleansounds, ein „Rectifier“-Stack für Highgain), oder parallel, um aus mehreren Signalquellen eine eindrucksvolle Klangmixtur zu erstellen.

Letzteres Verfahren wird häufig im Studio angewendet. Bei großen Acts, die sich einen eigenen Techniker für Wartung und Aufbau ihrer Backline leisten, sieht man es gelegentlich auch auf der Bühne.

Richtig populär gemacht haben diese Form des Multi-Amping anspruchsvolle Gitarrenhelden wie Stevie Ray Vaughan, Eric Johnson, Billy Gibbons (ZZ-Top), Brad Whitford und Joe Perry von Aerosmith oder auch Dave Evans alias „The Edge“ (U2).

Allerdings kann man auch mit deutlich weniger Aufwand ein Multi-Amping-Setup realisieren. Etwa mit einem Verstärker plus externem Preamp oder mittels zweier kompakter Combos.

Gut funktioniert zum Beispiel die Kombination eines leistungsstärkeren, eher cleanen Amps mit einem besonders übersteuerungsfreundlichen Verstärker einer geringeren Leistungsklasse. Der eine sorgt hier für genügend Headroom und straffe Sound-Konturen. Der andere ist für die Gain-Sounds, zuständig und fügt noch ein wenig Endstufensättigung hinzu.

Es gibt übrigens auch Hersteller, die versuchen, solche Ideen in einem einzelnen Gerät zu verwirklichen; und das schon lange vor dem Zeitalter des Amp-Modeling. Zu den Vorreitern auf diesem Gebiet gehört beispielsweise Mesa/Boogie.


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