Gitarrenlautsprecher

Zugegeben, eine etwas unglückliche, weil irreführende Produktbezeichnung, die man zunächst mal deutlich von zwei sehr speziellen Bauformen abgrenzen muss:

Nur höchst selten werden Lautsprecher direkt in eine Gitarre eingebaut. Am ehesten findet man so etwas noch bei Übungsinstrumenten oder so genannten Travel Guitars (wie Fernandes Nomad-Serie), die dann sinnvollerweise auch gleich einen batteriebetriebenen Mini-Verstärker mit implantiert bekommen. Aber um diese „echten“ Gitarrenlautsprecher geht es hier gar nicht.

Auch der Cone einer Resonantorgitarre, der ja tatsächlich als eine Art mechanischer Lautsprecher fungiert, ist damit nicht gemeint.

Stattdessen handelt es sich um eine simple Verkürzung des eigentlichen (und zugegeben eher sperrigen) Begriffs „Gitarrenverstärkerlautsprecher“. Man benennt damit also einen Lautsprechertypus, der für die besonderen Anforderungen eines Verstärkers für elektrische Gitarren gebaut ist.

Rein technisch betrachtet handelt es sich dabei um einen Mitteltöner. In einer PA betrieben wäre er demnach für den mittleren Frequenzbereich zuständig. Einzeln betrieben ist dessen Wiedergabe daher alles andere als HiFi-tauglich.

Sein, vor allem nach oben hin, deutlich limitierter Frequenzgang hat aber einen ganz entscheidenden Vorteil für die Anwendung im Gitarren-Amp: Erst dadurch werden die unharmonisch sägenden Frequenzanteile, die bei einem übersteuerten / verzerrten Gitarrensignal quasi als unerwünschte „Abfallprodukte“ entstehen, so wirkungsvoll ausgefiltert, dass ein musikalisches Klangbild entstehen kann.

Seit Jahrzehnten sind einige wenige Hersteller auf diesem Terrain führend. Zu den Pionieren gehör(t)en Firmen wie beispielsweise Celestion und Fane aus Großbritannien oder Jensen (wenngleich das wiederbelebte Unternehmen nun in Italien beheimatet ist), JBL, Electro Voice und auch der Branchenriese und OEM-Zulieferer Eminence aus den USA.

Zu den jüngeren gehören Spezialisten wie Weber, Scumback oder Brown Soun’ / Tone Tubby, die alte Klangideale mit modernem Fertigungs-Knowhow und teilweise neuartigen Materialien zusammenbringen und damit sehr erfolgreich sind.


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