Geschlossene Rückwand

Boxen für Instrumentalanlagen sind traditionell entweder als geschlossene Kisten konstruiert oder mit einer teilweise geöffneten Rückwand ausgestattet.

Die beiden Gehäuseformen unterscheiden sich in klanglicher Hinsicht, selbst bei ansonsten identischen Baumerkmalen, erstaunlich deutlich voneinander.

Während bei offener Rückwand ein Teil der Schallenergie in alle Richtungen entweicht, arbeiten geschlossene Boxensysteme hör- und spürbar fokussierter. Außerdem ermöglicht die geschlossene Lautsprecherkammer eine kräftigere Wiedergabe tiefer Frequenzen. Beides kann gleichermaßen Vor- und Nachteile haben, abhängig von der Anwendung.

Bei Bassanlagen ist die Charakteristik einer geschlossenen Konstruktion definitiv erwünscht, weil man nur so den nötigen Tiefdruck erhält. Ein wenig anders sieht es diesbezüglich bei Gitarrenboxen aus.

Die gebündelte Abstrahlung einer geschlossenen Box, sorgt einerseits für einen definierten Sound, der weit trägt. Gleichzeitig übt diese massive „Schallkeule“ einen ebenso massiven Druck auf das Gehör der unglücklichen Zuhörer aus, die sich unmittelbar im Strahl befinden.

Und während der erhöhte Tiefenanteil bei hartem Rock und sämtlichen davon abgeleiteten Genres in der Regel erwartet wird (und bei Drop-Tunings oder 7- und 8-Strings unerlässlich ist), erweist er sich bei gemäßigteren Stilen oder besonders dichten Bandsounds häufig ebenfalls als eher kontraproduktiv.

Eine Sonderform der geschlossenen Boxen sind außerdem die kompakten Bassreflex-Formate, die der Physik durch ihre spezielle Innenkonstruktion ein Schnippchen zu schlagen versuchen.


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