EQ

Kurzform für Engl. „Equalizer“, wörtlich übersetzt ein „Angleicher“: Hierzu wird ein Signal in mehrere Frequenzbänder aufgeteilt, die dann separat angehoben oder abgesenkt werden können.

Eine solche Schaltung findet man als Bestandteil praktisch jedes Instrumentalverstärkers, vieler Effektgeräte, in den meisten aktiven Basselektroniken, aber auch als eigenständiges Peripheriegerät vom simplen Bodentreter mit drei Reglern bis zur voll programmierbaren 19“-Einheit mit 31 Frequenzbändern für komplexe PA-Anwendungen.

Die simpelste Form ist die sogenannte „Kuhschwanzklangregelung“, wie man sie vielleicht noch von einigen älteren Stereoanlagen und einfachen Mischpulten kennt. Die Frequenzen sind hier einfach in Höhen und Bässe auftgeteilt. Dreht man an etwa am Treble-Regler, wird das gesamte (Teil-)Band angehoben oder abgesenkt.

In einigen Fällen findet man EQ-Schalter vor, die eine schnelle Anwahl bestimmter Frequenz-Presets ermöglichen. Manchmal lassen sich diese auch an einem einzelnen Drehschalter oder –regler abrufen. Dabei werden mit einem Dreh mehrere Frequenzbereiche gleichzeitig bearbeitet.

In den allermeisten Fällen sind EQ-Sektionen jedoch als einzelne Drehregler ausgeführt, denen ein bestimmter Frequenzbereich fest zugewiesen ist.

Lässt sich die Center-Frequenz verändern, nennt man das einen semi-parametrischen EQ. Kann man zusätzlich auch noch die Breite des bearbeiteten Frequenzbandes variieren, hat man es mit einem voll parametrischen EQ zu tun.

Parametrische Klangregelungen arbeiten ungeheuer effektiv, sind aber nicht leicht zu bedienen. Weiß man nicht genau, wohin man will, hat man den Sound in Nullkommanichts drastisch „verschlimmbessert“. Also, bitte maßvoll nachregeln!

Leichter nachvollziehbar ist die Einstellung an einem Graphic EQ, dessen einzelne Fader eine optische Kontrolle der Wirkungsweise bieten. Allerdings neigen die meisten Menschen dazu, solche EQs dann eher mit den Augen als mit den Ohren einzustellen. Das kann zu unsinnigen Frequenzverbiegungen führen, die in der Praxis mehr schaden als nützen.

Selbst die vermeintlich simple Dreibandklangregelung an einem typischen Röhrenverstärker kann für Verwirrung sorgen. Denn bei einigen Geräten arbeiten diese Potis hochgradig interaktiv. Ein solcher EQ erfordert natürlich eine gewisse Einarbeitungszeit, um die Zusammenhänge zu verinnerlichen. Sonst schraubt man zum Beispiel wild am Bass-Poti herum und wäre doch viel schneller am Ziel, wenn man einfach den Treble-Regler einen Hauch zurück nähme usw.

Egal mit welcher Bauform, der Umgang mit EQs will geübt sein. Sonst erhält man allzu schnell ein synthetisch anmutendes und unnatürliches Klangbild, das mit dem ursprünglichen Signal nicht mehr viel gemein hat. Hierfür gilt definitiv die alte Regel „weniger ist mehr“.


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