Electro-Acoustic

Engl. für „elektroakustisches Instrument“, also eine elektrisch verstärkte Akustikgitarre; wobei es sich mehrheitlich um Steelstring-Modelle handelt. Zwischenzeitlich werden aber auch immer mehr Konzertgitarren oder akustische Bassgitarren mit Tonabnehmern angeboten.

Diese Instrumentengattung umfasst weitgehend traditionell gebaute A-Gitarren, die zwar „akustisch“ klingen sollen und, Dank eines eingebauten Mikrofon- oder Tonabnehmersystems, problemlos auf bühnentaugliche Lautstärkepegel gebracht werden können.

Überwiegend handelt es sich also um typische Akustikgitarren, deren Bauweise teilweise Anpassungen an den vorgesehenen Bühnenbetrieb erkennen lässt: Cutaways, schmalere Zargen, um das Korpusvolumen zu reduzieren, eine stärkere Deckenbeleistung im Inneren oder dickere beziehungsweise gesperrte Boden- und Deckenhölzer.

All diese Maßnahmen beschneiden zwar die rein akustischen Eigenschaften, machen das Instrument jedoch weniger anfällig für Feedbacks und ihre Handhabung deutlich unkomplizierter.

Eine Vorreiterrolle kommt hier der Firma Kaman mit ihren Piezo-bestückten Ovation- und Adamas-Gitarren zu. Deren typischer gewölbter Kunstharzkorpus war allerdings vom Erfinder gar nicht zur Reduktion von Rückkopplungen gedacht, sondern ein Ergebnis akustischer Grundlagenforschung. (Gründer und Hobbygitarrist Charles Kaman war von Beruf eigentlich Spezialist für die Vibrationsentkopplung von Helikopterrotoren.)

Kompromisslos auf ihren Haupteinsatzpunkt zugeschnitten sind die so genannten Stage Acoustics, die unverstärkt nicht mehr mit herkömmlichen Akustikgitarren mithalten können. Das ist gewollt, dafür kann man sie nämlich selbst bei sehr hohen Bühnenlautstärken, etwa im Kontext einer lauten Rock- oder Metalband, einsetzen.

Übrigens, da das abgenommene Signal in jedem Fall möglichst authentisch und idealer Weise wie das unverstärkte Klangbild wirken soll, stellen Electro Acoustics komplexe und vollkommen andere technische Anforderungen an die Verstärkeranlage als E-Gitarren.

Somit ist die Wiedergabe über einen herkömmlichen Gitarren-Amp eine eher unbefriedigende und kompromissbehaftete Lösung – falls man nicht gerade einen eher „experimentellen“ Sound-Ansatz verfolgt.

Anfangs waren solche Acoustic Amps rar und vergleichsweise teuer. (Den Bedarf erkannten die Hersteller paradoxer Weise erst während der so genannten Unplugged-Welle.) Doch mittlerweile stellt der Markt auch einige preiswertere Alternativen zur Verfügung.


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