E-Gitarre

Kurz für „elektrische Gitarre“; zunächst mal heißt das nichts anderes, als dass besagtes Instrument elektrisch verstärkt werden kann. Allerdings gibt es einige grundlegend verschiedene Kategorien, die mit der Konstruktion und mehr noch mit dem geplanten Einsatzgebiet zu tun haben.

Zu unterscheiden sind zunächst, die eigentliche E-Gitarre, die ihren „elektrischen“ Klangcharakter im Verbund mit einem Amp entfaltet, und die Electro-Acoustic, die primär den rein akustischen Klang „verstärkbar“ machen soll.

Auch die ersten E-Gitarren waren zunächst Akustikgitarren mit nachgerüstetem Abnahmesystem. Das sieht man an Archtop-Modellen traditioneller Bauart, die bis heute im Jazz-Bereich Verwendung finden. Nur waren die damals entwickelten Pickups nicht in der Lage, den natürlichen Klangcharakter zu übertragen. Und die Verstärker erfüllten auch nicht gerade HiFi-Standards.

Dennoch waren die Gitarristen froh, sich im Band-Getümmel neben Schlagzeug und Bläsern überhaupt behaupten zu können. So gewöhnte man sich rasch an den „elektrischen“ Klangcharakter, der bald zum neuen Standard wurde und die herkömmliche A-Gitarre als Bandinstrument praktisch vollständig verdrängte.

Während in der Frühphase die traditionsreichen Hersteller mit ihren Hollowbody-Gitarren den Markt beherrschten, wurden diese in den 50er-Jahren nach und nach von Pionieren wie Leo Fender abgelöst, der die Solidbody-Bauweise etablierte. Seine und die Gibson-Designs (des damaligen Produktionsleiters Ted McCarty) sind die am häufigsten kopierten weltweit. Die Geschichte der E-Gitarre ist somit, maßgeblich von diesen US-amerikanischen Unternehmen geprägt.

Mitbewerber wie Gretsch, Rickenbacker, Epiphone oder Guild konnten zwar ebenfalls bemerkenswerte Modelle vorweisen, erreichten aber nie die Breitenwirkung wie die beiden übermächtigen Konkurrenten. Fenders Telecaster und Stratocaster sowie Gibsons legendäres Les-Paul-Modell und später die semiakustische ES-335, SG, Flying V und Explorer bilden somit die Grundlage der meisten E-Gitarrendesigns. Sie sind der Industriestandard, an dem sich alle anderen bis heute messen müssen.

Selbst wenn die meisten heutigen Gitarren äußerlich mehr oder weniger deutlich davon abweichen, lassen sie sich konstruktionell fast alle auf eines (oder auch auf eine Kombination mehrerer) der genannten Designs zurückführen.

„Modernisierte Klassiker“ von PRS Guitars, Music Man oder die Ibanez’ JEM aber auch aggressive Metal-Style-Gitarren wie die Jackson Randy Rhoads oder futuristische Konstruktionen wie die Parker Fly können diese Ursprünge nicht verleugnen. Für welche Art von E-Gitarre ihr euch also auch immer interessiert, das ist die Ausgangsbasis – oder besser gesagt, eine Hälfte davon,…

… denn ohne passenden Verstärker, der das Signal aufpäppelt, verstärkt und über den Lautsprecher hörbar macht, bleibt „die Elektrische“ unbefriedigend.

Also, liebe Einsteiger: Natürlich kann man sich eine Gitarre zulegen, um dann weiter auf den passenden Amp zu sparen. Aber richtig Sinn macht es erst zusammen. Bildlich gesprochen: Wer Tischtennis spielen möchte, braucht mehr als den Schläger – früher oder später sollten schon ein passender Ball und eine Platte dazukommen.


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