E-Bass

Kurz für „Electric Bass“; siehe auch Eintrag: Bass.

Interessanterweise scheint die Anzahl der Saiten gewissen modischen Trends unterworfen zu sein. So gibt es schon bei den klassischen Kontrabässen solche mit vier oder fünf Saiten. Neue Spielweisen und technische Verbesserungen bei der Verstärkung tiefer Frequenzen sorgten ab Ende der 80er-Jahre zunächst für eine bemerkenswerte Zunahme an fünfsaitigen E-Bässen mit einer zusätzlichen tiefen H-Saite.

Zeitweise wurden so viele Fivestrings verkauft, dass sich damit ein neuer Standard zu etablieren schien. Wer am Viersaiter festhielt, galt damals gewissermaßen als altmodisch. Solistisch begabte Bassisten verlangten daraufhin gleich noch nach einem Sixstring mit einer zusätzlichen hohen Saite.

Mit dem Einsetzen des Retro-Booms, Mitte der 90er-Jahre schlug das Pendel wieder in die andere Richtung um. Und heute liegt der traditionelle Fourstring in der Gunst der Bassisten wieder deutlich vorn.

Daneben gab beziehungsweise gibt es auch noch Spezialmodelle mit acht, zehn oder zwölf Saiten (etwa von Hagström/Hagstrom, Hamer, Chandler oder Dean). Diese Instrumente haben zusätzlich zu jeder „normalen“ Saite eine oder zwei Oktavsaiten, was einen ungemein breiten, fülligen und schimmernden Klang ergibt. Ein Klangkonzept, das man von der 12-String-Gitarre kennt, das aber auch sehr viel Raum im Band-Kontext einfordert.

Schon Jimi Hendrix und sein damaliger Bassist Noel Redding hängten sich im Studio gerne einen Hagström-Achtsaiter um. Bekanntester User des donnernden Hamer XII-Bass dürfte hingegen „Cheap Trick“-Bassist Tom Petersson sein. Später zimmerten auch Alternative-Rocker wie Doug Pinnick (Kings X) und Jeff Ament (Pearl Jam) ihre wuchtigen Sound-Wände damit.

Während der Emanzipation der Bassisten vom Impulsgeber im Hintergrund zum slappenden, poppenden und exzessiv solierenden „Fronter“ und musikalischen Leiter der Band (man denke an Stanley Clarke, Jonas Hellborg oder Markus Miller) waren lange Zeit so genannte „Edelbässe“ das Maß aller Dinge. Solche äußerst aufwändigen, sustain-strotzenden Konstruktionen aus diversen Lagen edler Tropenhölzer, häufig mit durchgehenden Hälsen, ultramassiven Bridges und aktiver Elektronik an Bord ausgestattet, sind natürlich immer noch begehrt und mittlerweile in den unterschiedlichsten Ausführungen für (fast) jeden Geldbeutel zu haben.

In den letzten Jahren konnte man unter Bassisten allerdings eine Rückbesinnung auf traditionell (und aus den typischen Materialien) gebaute Instrumente feststellen. Dabei scheut man sich heute jedoch nicht, die klassischen Designs mit praktischen modernen Details aufzupeppen. Denn nur wenige wollen in Sachen Instrumentarium wieder zu den Anfangstagen zurück, als der Bass nur dezent im Hintergrund den Bandsound auffüllen durfte.


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