Dreadnought

engl. wörtlich „Fürchtenichts“; ursprünglich, anfangs des 20. Jahrhunderts die Bezeichnung für ein besonders massiges Kriegsschiff. Der martialische Name wurde dann einige Jahre später von der Firma C. F. Martin für ein neues Gitarrenmodell verwendet, das ebenfalls größer und wuchtiger gebaut war, als alle bis dahin bekannten Steelstring-Modelle.

Charakteristisch für diese Bauform der Akustikgitarre ist zunächst vor allem der tiefe und eher kastenförmige Korpus, der zwar optisch weniger elegant erscheint, dem Instrument dafür aber eine gehörige Lautstärke und Fülle, gerade in den tiefen Frequenzen verleiht.

Die ersten Martin-Dreadnoughts hatten noch das traditionelle fächerförmige Deckenbeleistung und den kürzeren Hals, der am 12. Bund an den Korpus anschließt. Doch erst mit Einführung des (damals) neuen kreuzförmigen X-Bracings und dem um zwei Bünde verlängerten Hals, welcher der Greifhand im Oktavbereich etwas mehr Spielraum bietet, wurde das Modell ein Hit und eroberte die Musikwelt im Sturm.

Damit hatte die Dreadnought gewissermaßen die Endstufe ihrer Evolution erreicht. Seitdem wird sie von zahllosen Herstellern kopiert und ist praktisch allgegenwärtig (abgesehen von der klassischen Musiksparte, die weiterhin auf die ältere spanische Konzertgitarre setzt). Zeitweise war der Dreadnought-Typ weltweit mit Abstand die am häufigsten gebaute Steelstring überhaupt.

Interessanterweise sind die so genannten 12th-Fret-Modelle, also solche mit der alten, kürzeren Halskonstruktion, in den letzten Jahren wieder auf dem Vormarsch. Ihr noch etwas satterer Klang steht vor allem bei Puristen und Sound-Ästheten hoch im Kurs.

Eine Unterkategorie sind die so genannten Roundshoulder-Modelle. Wie die Bezeichnung schon verrät, sind hier die „Schultern“ im oberen Korpusbereich weniger eckig ausgeprägt, wobei das stattliche Innenvolumen aber weitgehend beibehalten wird. Insbesondere Martin-Konkurrent Gibson bevorzugte seit jeher diese optisch etwas harmonischere Dreadnought-Variante.


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