dB

Kurzform für Dezibel, eine Hilfsmaßeinheit, die im musiktechnischen Bereich häufig verwendet wird.

Ein Dezibel ist ein „zehntel Bel“, benannt nach Alexander Graham Bell, der das Telephon zwar nicht selbst erfunden, aber erst richtig populär machte.

Das Dezibel ist an sich noch keine absolute Größe, sondern von den jeweiligen Messumständen abhängig und bezeichnet eigentlich nur das Größenverhältnis zweier auf die gleiche Weise gemessener Werte.

Das besondere daran ist, dass hierfür meist die logarithmische Skala zu Grunde gelegt wird, was sich zur Beschreibung akustischer und elektroakustischer Gegebenheiten besonders anbietet. Da bekommen wir es nämlich häufig mit sehr kleinen, aber auch sehr großen Werten zu tun.

Nochmal etwas plakativer: Eine Anhebung von gerade mal 3 dB entspricht einer Verdopplung (!) der Lautstärke. Um diese zu erreichen, brauche ich bei einem Amp aber bereits die zehnfache Verstärkerleistung!

Die logarithmische Darstellung entspricht eben besser den Eigenheiten des menschlichen Gehörs, welches ja normalerweise ein Flüstern (20 – 30 dB) ebenso wahrnehmen können sollte, wie etwa ein vorbei donnerndes Düsenflugzeug (ca. 150 dB).

Bei Schallpegeln von 120 dB – ein Wert der von Rockbands oder Club-DJs (zumindest in unmittelbarer Nähe zu einer PA-Box) spielend erreicht wird, zieht man sich selbst bei kurzfristiger Einwirkung bereits Gehörschäden zu. Die so genannte Schmerzgrenze (sprich „körperlich nicht mehr zu ertragender Lärm“) liegt übrigens bei 134 dB. Nun zu den häufigsten Anwendungen:

1) Unter anderem wird die Einheit „dB“ also zur Schalldruckmessung genutzt, etwa zur Ermittlung von Straßenlärm, dem Betriebsgeräusch von Maschinen und Haushaltsgeräten oder der Dämmfähigkeit einer Schallisolierung.

Aber auch bei Veranstaltungen kommt sie zum Einsatz. So sieht man manchmal bei Konzerten, Messen oder anderen Events am Bühnenrand Personen mit entsprechenden Messgeräten herumlaufen.

Diese sind nicht zum Spaß unterwegs, sondern von Amts wegen ermächtigt, die Einhaltung des zulässigen maximalen Lautstärkepegels durchzusetzen –  falls nötig, mit rigorosen Maßnahmen. So mancher nicht korrekt angemeldete Gig hat damit leider schon ein allzu vorzeitiges Ende gefunden.

3) Auch in der Lautsprechertechnik spielt die db-Angabe eine wichtige Rolle, und zwar bei der Ermittlung der Leistungsausbeute, der so genannten „Sensitivity“.

Gemessen wird dabei der Schalldruck im Abstand von 1 cm bei einer zugeführten Leistung von 1 Watt.

Ein höherer dB-Wert ist hier gleichbedeutend mit einer entsprechend effektiveren Umsetzung der zugeführten Verstärkerleistung.

Am Beispiel zweier bei Gitarristen sehr beliebter Speaker lässt sich das gut zeigen. Celestions „Vintage 30“ ist mit einer Sensitivity von 100 dB angeben. Um also einen „rock-tauglichen“, durchschnittlichen Schalldruck von 112 dB zu erzeugen, genügen ihm ganze 16 Watt Leistung. Wohlgemerkt in einem Zentimeter Abstand und, wir erinnern uns: für 3 dB benötigen wir jeweils die doppelte Power.

Der gute alte Celestion G12M „Greenback“ hingegen bringt es nur auf einen Sensitivity-Wert von 96 dB. Um nun pegelmäßig mit dem „Vintage 30“ mitzuziehen, würde der „Greenback“ deshalb schon mehr als die doppelte Endstufenleistung verbraten – was aber erst mal keine gute Idee wäre, da der Speaker-Oldie nur mit circa 20 Watt belastbar ist!

Ist der „Greenback“ damit also automatisch der schlechtere Lautsprecher? Vielleicht aus rein technischer Perspektive und, wenn man maximalen Schalldruck als höchste Priorität veranschlagt, was hier ein wenig kurz gedacht wäre. Denn durch seine geringere Leistungsausbeute bietet er die Möglichkeit, den Gitarren-Amp weiter auszufahren, ohne gleich die eigenen Ohren zu überfahren. Alles eine Frage der Anwendung, also!


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