FAQ

häufig gestellte fragen und andere wehwehchen

was kostet eure beratung?

Natürlich fragt Ihr Euch, ob und wie wir Euch helfen können und was das wohl kostet. Nun, ich habe in meinem Leben als Musikjournalist, Tester und Fachautor und Entwickler tausende Stunden mit meinem Lötkolben, dem Lesen von Bedienungsanleitungen, dem intensiven Testen und Vergleichen von Geräten und Instrumenten sowie dem Einstellen, Auseinander- und wieder Zusammenschrauben und programmieren von Unmengen Equipment verbracht. Deshalb erlaube ich mir für mein über viele Jahre hart erworbenes Know-how, für jede volle Arbeitsstunde derzeit Euro 97,80 (zuzüglich MwSt.) Beratungshonorar zu berechnen. Das geht also wie beim Doktor, Steuerberater oder Anwalt. Falls Ihr Euch entscheidet, Geräte oder Instrumentarium direkt über uns zu beziehen, kann das Honorar für unsere Beratung, je nach Aufwand, auch teilweise oder sogar ganz entfallen.

Für Beratungsgespräche und sonstige Anliegen erreicht Ihr uns wochentags von 10.00 bis 18.00 Uhr unter der Nummer 0049 (0)89 / 89 87 82 86. Eure Fragen könnt Ihr aber vorab gerne auch per Mail loswerden, am besten mittels des Kontaktformulars. Das erleichtert die Bearbeitung und spart Zeit, denn manchmal muss sogar ich mir Informationen einholen. Je präziser Eure Angaben im Vorfeld also sind, desto günstiger wird die Beratung für Euch.

wieso fragt ihr nach meiner band / meinem musikalischen umfeld?

Viele Musiker und auch Fachverkäufer machen sich leider viel zu wenig Gedanken darüber, dass all das schöne Equipment normalerweise nicht im luftleeren Raum existiert. Stattdessen muss es in einem definierten musikalischen Kontext funktionieren. Nur, wer allein für sich musiziert, hat – zumindest in technischer Hinsicht – alle denkbaren Entfaltungsmöglichkeiten und braucht sich sonst um nichts und niemanden zu scheren.

Spielt man dagegen zusammen mit anderen, muss sich der eigene musikalische Beitrag sinnvoll und möglichst passend in das musikalische Gesamtbild einfügen. Das gilt zunächst für das Gespielte selbst, aber auch für den Klangcharakter und den für das eigene Instrument zur Verfügung stehenden Frequenzbereich. Dieser musikalische Rahmen wiederum beeinflusst massiv die Wahrnehmung des eigenen Sounds. Außerdem herrschen etwa in den eigenen vier Wänden völlig andere akustische Gegebenheiten als in einem Probekeller oder einer Open-Air-Bühne.

Nur, wenn man auch solche Faktoren berücksichtigt, wird man am Ende richtig glücklich mit dem Sound! Man muss also immer die Gesamtsituation im Auge haben, damit die neue Gitarre, der neue Verstärker oder das Effektgerät dann auch wirklich zur Geltung kommen können.

welcher pickup passt am besten zu meinem instrument / meinem stil?

Simple Frage, schwierige Antwort. Denn es kommt ganz darauf an, was man von einem Tonabnehmer erwartet. Und obwohl diese „Klangabtaster“ ja nicht selbst klingen, ist ihr Einfluss bei einem elektrisch verstärkten Instrument sehr wohl entscheidend.

Im Idealfall sollte so ein magnetischer Pickup den Charakter des Instrumentes bewahren und unterstützen. Dabei kann man mit dem jeweils historisch korrekten Tonabnehmertyp (Singlecoil, P-90, Humbucker usw.) nicht allzu viel falsch machen. Da stimmt auf jeden Fall schon mal die Grundrichtung – zumindest, sofern man den „klassischen Sound“ haben möchte.

Gelegentlich soll der Pickup dem Instrument aber stattdessen einen alternativen oder völlig neuen Sound überstreifen. Vielleicht hat die Gitarre klangliche Schwächen, die man ausgleichen möchte. Oder man bevorzugt einfach ein anderes Klangbild, obwohl man das Handling und die Bespielbarkeit der Klampfe an sich gerne mag.

Da muss man dann schon wesentlich genauer hinschauen und -hören, um eine individuell passende Lösung zu finden, die funktioniert. Oder, um es bildlich auszudrücken: Der Schuh soll ja auf den eigenen Fuß passen – nicht auf den vom Kollegen mit dem Überbein und Schuhgröße 58! Die üblichen Standardlösungen von der Stange reichen da natürlich häufig nicht mehr aus. Das Thema ist dann schon ein bisschen komplizierter und lässt sich in diesem Rahmen nicht mehr behandeln.

warum brummt mein humbucker?

Eigentlich erwartet man von einem klassischen Humbucker (engl. für „Brummunterdrücker“) ja gerade, dass er sich von Störeinflüssen nicht aus der Ruhe bringen lässt. Dennoch kann es unter bestimmten Umständen vorkommen, dass auch so ein Doppelspuler brummt.

Bei vielen modernen Instrumenten findet man beispielsweise eine gemischte Bestückung aus Singlecoil und Humbucker oder ein Doppel-Humbucker-Setup mit Coil-Split-Option. Werden die Humbucker nun gesplittet (also, eine Spule deaktiviert), um mehr Sound-Vielfalt durch entsprechende Spulenkombinationen zu erhalten, kann es zu verstärkten Nebengeräuschen kommen. Das ist auch ganz logisch: Da nun die zweite Spule abgeschaltet wird – was das Ganze technisch betrachtet zum Singlecoil macht – brummt es nun leider auch wieder, sobald der Pickup einzeln angewählt wird. Das ist leider unvermeidlich! Will man das nicht, müsste man die beiden Humbucker-Spulen parallel verschalten. Dadurch wird das Signal ebenfalls leiser und dünner, klingt aber nicht so frisch und knackig, wie der „brummende“ Singlecoil-Modus. Deshalb nehmen die meisten Hersteller (und auch Musiker) aus klanglichen Gründen lieber die erhöhten Nebengeräusche in Kauf.

Ähnliches gilt übrigens auch für die gerade wieder in Mode gekommenen Humbucker im Vintage-Style mit bewusst ungleichmäßig gewickelten Spulen. Dadurch erhalten diese Pickups zwar einen offeneren, authentischeren Klangcharakter – aber nur zwei möglichst symmetrisch aufgebaute Spulen erlauben eine optimale Störgeräuschunterdrückung! In ungünstigen Fällen brummt es also auch hier mehr oder weniger deutlich. In diesem Fall kann eine aufwändigere Abschirmung der Bordelektronik helfen (wie auch bei „normalen“ Singlecoils).

Ganz weg bekommt man das typische Gebrumme damit aber kaum. Des Weiteren hält übrigens auch ein noch so perfekt aufgebauter Doppelspuler nicht allem stand: Wer mit saftiger Verzerrung und hoher Lautstärke in unmittelbarer Nähe eines Netztrafos, Lautsprechers, Computerbildschirms, oder ähnlicher magnetische Störfelder agiert, muss damit rechnen, dass der Pickup das „Störfeuer“ auffängt! Da hilft dann nur noch, sich einen passenden Winkel zum „Störgenerator“ zu suchen.

wie viel watt braucht mein amp?

Dazu muss man sich erst mal fragen, wo die Anlage zum Einsatz kommen soll. Wer nur das eigene Wohnzimmer beschallt, braucht natürlich kaum Leistung. Wer neben einem Hardrock-Drummer oder in einer Metal-Band und vielleicht sogar auf einer Open-Air-Bühne bestehen muss, schon! Für die Musestunden zu Hause reichen 10 – 15 Watt (für Gitarristen) beziehungsweise 40 – 80 Watt (für Bassisten) locker aus. Im Proberaum beziehungsweise bei Club-Gigs darf es dann, je nach Besetzung der „Nebenrollen“, schon ein bisschen mehr sein. Mit 30 – 40 Watt ist ein Gitarrencombo normalerweise ganz gut hörbar, während die tieferen, Energie zehrenden Frequenzen des Basses ab 100 – 200 Watt zum Tragen kommen.

Das kommt dann natürlich auch auf den gewünschten Klangcharakter und Stil an. In einer lauten Funk-, Rock- oder Metal-Band beziehungsweise auf wirklich großen Bühnen und entsprechenden Hallen beziehungsweise bei Open-Air-Gigs sollte man natürlich besser noch ein paar Watt als „Headroom“ in Reserve behalten. Und auch größere Boxen machen nun ernsthaft Sinn, da sie das Signal besser verteilen. Mit einem 50- bis 100-Watt-Halfstack oder –Combo macht man hier als Gitarrist nicht viel falsch, während die Bassisten dafür schon gerne mit noch kräftigeren Aggregaten zwischen 200 und 500 Watt agieren. Wer einen Verstärker mit Transistorendstufe verwendet, sollte außerdem grundsätzlich noch mal 30 % Reserve einkalkulieren. Denn während ein übersteuerter Röhrenverstärker weitgehend harmonische und daher gut kontrollierbare Verzerrungen produziert, bleibt eine Transistorschaltung clean bis zum oberen Limit, um beim Überschreiten desselben dann gnadenlos „loszusägen“.

wie viel watt braucht meine box?

Die Belastbarkeit der Box(en) sollte(n) natürlich mindestens der maximalen Dauerleistung des Verstärkers entsprechen. So vermeidet man eine Beschädigung der teuren Lautsprecher. Eine wesentlich höhere Belastbarkeit ist eigentlich nicht notwendig und obendrein dem Sound eher abträglich. Denn auch ein Lautsprecher muss schon ein bisschen gefordert werden, um seine Klangqualitäten entfalten zu können.

Und noch ein Wort der Warnung: Auch ein noch so hoch belastbarer Speaker gibt irgendwann den Geist auf, wenn er etwa mit einer permanent übersteuerten Transistorendstufe „befeuert“ wird. Diese gibt nämlich im Dauer-Clipping höchst gefährliche Gleichstromimpulse ab, mit der man die Schwingspule regelrecht durchheizen kann. Bevor ihr also in eine „Riesenbox“ investiert, überlegt euch zuerst, ob ihr da gerade wirklich am richtigen Ende aufrüstet. Eine Anlage aus kleineren, aber gut aufeinander abgestimmtes Komponenten klingt um Klassen besser als eine große, die nur mit Power protzt.

widerstand ist zwecklos – 4, 8, 16 ohm?

Auf Nummer sicher geht man bei der Anpassung von Amp und Box (beziehungsweise Lautsprecher), wenn beide die gleiche Impedanz aufweisen. Bei einem Röhren-Combo wird man ab Werk bereits die optimale Anpassung vorfinden, und muss sich eigentlich keine weiteren Gedanken dazu machen. Es sei denn, man möchte eine Zusatzbox anschließen. Dann sollte diese möglichst denselben Widerstandswert wie der/die On-Board-Speaker haben. Denn ein zweiter (in aller Regel) parallel geschalteter External Speaker Output ist im Normalfall entsprechend ausgelegt.

Das gilt auch für Combos mit Transistorendstufen, wobei man hier häufiger welche vorfindet, bei denen die eingebauten Lautsprecher 8 Ohm aufbieten. Und das, obwohl Transistor-Amps ihre volle Leistung an der angegebenen Mindestimpedanz – normalerweise 4 Ohm – bringen! Wieso das? Nun, würde man bei einer solchen Endstufenschaltung „on board“ bereits mit 4 Ohm arbeiten, könnte man gar keine Zusatzbox mehr parallel anschließen, da man sonst die Mindestimpedanz unterschreiten würde – und das verträgt so eine Transistorendstufe überhaupt nicht! Deshalb gilt hierfür: eine höhere Impedanz der Box geht immer, kostet aber etwas Leistung, eine niedrigere Impedanz sollte man unbedingt vermeiden! Für Topteile oder Stand-Alone Poweramps in Solid-State-Technik gilt natürlich dasselbe.

Bei Röhrenverstärkern gibt es hingegen meistens einen Impedanzwahlschalter. Insofern ist eine flexiblere Anpassung an unterschiedliche Boxen gegeben. Außerdem reagieren Tube-Amps ohnehin weniger empfindlich auf etwaige Fehlanpassungen. Auf der sicheren Seite fährt man aber auch hier, wenn die Werte von Speaker Output und Box übereinstimmen. Das schont die Röhren und verlängert somit ihre Lebensdauer. Wer zwei Boxen verwendet, sollte darauf achten, dass beide möglichst dieselbe Impedanz haben, das ist am praktikabelsten. Hängt man diese nämlich parallel an den Amp halbiert sich der Wert einfach: Also, zwei 16-Ohm-Boxen verlangen nach 8 Ohm vom Verstärker, zwei 8-Ohm-Speaker benötigen 4 Ohm usw. Verkabelt man sie stattdessen in Reihe (seriell), addiert sich deren Impedanz. Sprich, zwei 8-Ohm-Boxen brauchen dann 16 Ohm, zwei 4-Ohm-Versionen 8 Ohm vom Amp usw. allerdings kommt die serielle Verschaltung in diesem Bereich nicht allzu oft vor.

welche effektgeräte gehören vor den amp und welche nicht?

Effekte, die massiv den Pegel und/oder den Grundcharakter des Signals verändern (zum Beispiel Wah-Wah, EQ/Booster, Compressor oder Verzerrer) gehören prinzipiell vor den Amp. Dagegen sind Effekte, die eher die räumliche Wahrnehmung und die „Klangfülle“, „Breite“ oder „Dauer“ des Signals beeinflussen (Reverb und Delay beziehungsweise Modulationseffekte wie Chorus, Flanger, Phaser usw.) grundsätzlich im Effektweg des Verstärkers besser aufgehoben. So lässt sich die Übersteuerung und spezielle Klangformung der Amp-Vorstufe optimal nutzen, ohne dass der Sound durch den Effekteinsatz matschig wird. Wer seine „FX“ zwischen „Send“ und „Return“ einschleift, muss nur noch darauf achten, dass sich die Arbeitspegel zwischen Verstärker und Effektperipherie auch vertragen. Nicht jeder einfache Bodentreter verträgt die saftige Signalladung aus der Preamp-Sektion.

Also, bitte vorher prüfen, ob die Anpassung stimmt, sonst gibt’s nachher Elektroschrott! Fein raus ist dagegen, wer ausschließlich clean spielt. Wenn man auf die Übersteuerung vom Verstärker überhaupt nicht angewiesen ist, lässt sich der ganze Effektgerätepark stressfrei vor den Verstärkereingang schalten. Auch hier erfolgt allerdings wiederum der Hinweis, Geräte mit hohem Ausgangspegel (zum Beispiel 19“-Effektprozessoren, die mit Line Level arbeiten), streng im Auge zu behalten, damit es nicht zu einer unerwünschten Übersteuerung kommt.

in welcher reihenfolge verkabelt man die effekttreter?

Tja, die absolut allgemeingültige Antwort gibt es darauf leider nicht. Das liegt zum einen direkt an der Technik, also am verwendeten Anlagen-Setup selbst, zum zweiten an den Nutzungsgewohnheiten des „Users“, und gehört zum dritten zu großen Teilen einfach in den Bereich Geschmackssache. Sprich, was bei einem Musiker super funktioniert, treibt den nächsten womöglich zum Wahnsinn! Deshalb an dieser Stelle nur ein paar Effektkettenbeispiele, die sich aber in der Praxis vielfach bewährt haben. (Daraus sollten sich sinnvolle eigene Kreationen ableiten lassen.)

  • a) Basic:GITARRE –WahWah, Overdrive, Chorus, Delay – AMP
  • b) Guitar-Hero:GITARRE – Volume-Pedal, Compressor, WahWah, Distortion, Flanger, Delay – AMP
  • c) Allrounder:GITARRE – Compressor, WahWah, Overdrive, Distortion, Graphic-EQ, Chorus, Delay – AMP

Natürlich kann man die Reihenfolge für bestimmte “Special-FX-Sounds” (der ultimative „Hendrix-Sound“ oder was auch immer …) auch ganz anders gestalten. Wie oben angegeben, ist ein „normales“ Setup allerdings flexibler nutzbar.

wie bekomme ich einen „fetten sound“?

Warum auch immer, aber fast alle Musiker wünschen sich ständig einen (noch) „fetteren Sound“. (Ich nenne es das „Fast-Food-Syndrom“.) Das Dumme daran ist nur, dass damit erstens jeder etwas anderes meint und zweitens eine tatsächliche Sound-Veränderung in diese Richtung anschließend leider gar nicht unbedingt zu einer Verbesserung der Situation führen muss!

Fangen wir mit dem ersten Punkt an: Wer seinen Sound als zu „klein“, „dünn“ oder „schwachbrüstig“ empfindet, sucht normalerweise entweder …

  • a) mehr Lautstärke und Schub (durch mehr Leistung, größere Boxen usw.),
  • b) mehr „Sound-Dichte“ und Sustain (etwa durch stärkere Tonabnehmer, mehr Verzerrung, Compressor-Einsatz oder andere „Dickmacher“-Effekte),
  • c) mehr Durchsetzungsvermögen und Präsenz (was im Grunde ein frequenzspezifisches Problem darstellt) oder
  • d) sogar alles gleichzeitig.

Deshalb sollte man erst einmal möglichst nüchtern analysieren, warum man mit dem bestehenden Sound unzufrieden ist und was genau einem fehlt. Kurzum, der knallharte Reality-Check, denn: Ein Amp mit mehr Leistung und/oder größere Boxen klingen nur dann wirklich druckvoller, wenn man im Proberaum oder auf der Bühne auch entsprechend aufdrehen kann. Geht das überhaupt nicht, klingt die neue Anlage wahrscheinlich schlapper als die alte. Ein stärker übersteuerter, oder insgesamt „üppigerer“ Sound trägt zwar besser beim Spielen, geht aber auch auf Kosten der Dynamik und wirkt deshalb unter Umständen eher „enger“ und „kleiner“! Ein besonders massiger Sound tönt, solange man allein spielt, womöglich sehr beeindruckend, matscht aber leicht in einem dichten Band-Sound. Stimmt man das Ganze hingegen so ab, dass sich das Instrument immer deutlich gegen die Mitspieler durchsetzt, klingt es für sich allein eher scharf und etwas dünn.

Da haben wir also nun die Büchse der Pandora aufgemacht. Es hilft alles nix, man muss sich einfach konkret mit den eigenen technischen und musikalischen Gegebenheiten auseinandersetzen. Sonst gibt man immer wieder Unsummen für immer neues Equipment aus, das einem kein Stück weiterhilft – oder das Problem sogar noch verschlimmert. Merke: „fetter Sound“ ist nicht gleich „guter Sound“!